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Kleine Heimatkunde EllmauBesiedelung

 

Nachrichten und Urkunden über die Besiedlung des Söllandls finden wir sehr spärlich. Wie Dr. Mayer schreibt, ist zu vermuten, daß die schönen, sonnseitigen Hänge Horngach, Wimm und Widschwendt schon in frühgeschichtlicher Zeit Siedler, die Ackerbau betrieben, angelockt haben mag. Er berichtet vom Fund eines Reibsteines zwischen Dalnmühle und Kalkgrub. Solche Reibsteine benützten die Menschen in der Steinzeit, um auf einer ebenen Steinplatte Getreidekörner zu zermahlen. Man könnte vermuten, daß sich auf der nahegelegenen Sonnenterrasse von Wildschwendt eine vorgeschichtliche Siedlung befunden hat. Auch aus der Zeit, als das Gebiet zur römischen Provinz Norikum gehörte, haben wir bis heute keine Kenntnisse über eine Besiedlung. Da wir in unserem Gebiet keine vordeutschen Orts- und Flurnamen kennen, müssen wir annehmen, daß erst mit der bayerischen Landnahme um 600 n.Ch. die Besiedlung des Tales einsetzte und durch Brandrodung im Verlauf von Jahrhunderten Siedlungsraum für eine steigende Bevölkerungszahl geschaffen wurde.

Kirchbichlhof 1940Unterinntaler Bauernhaus

Der Bauernhof

Das Siedlungsbild der Gemeinde Ellmau wird vom Dorf Ellmau, den Weilern Wimm, Horngach und Faistenbichl, sowie verschiedenen Einzelhöfen geprägt. Die Bauernhäuser waren früher größtenteils aus Holz gebaut. Später mauerte man gelegentlich den Küchenteil zur größeren Feuersicherheit aus. Ganz gemauert waren nur die Häuser beim Wirt, Huben, Kaisermann, Reiter und Maikircher.
Da seit alters her der Viehzucht besondere Bedeutung beigemessen wurde, ist auch der Bauernhof dementsprechend als Einhof mit Mittelflur und angebautem Wirtschaftsgebäude errichtet worden. Vom Hausgang aus gelangt man in den Stall und vom Söller im ersten Stock in die Rem.
Um den Wohntrakt des Obergeschosses führt ein Balkon mit "Buschlabn", wo die Bäuerin mit viel Fleiß sich um den Blumenschmuck kümmert. Den Dachfirst des flachen Daches ziert ein Glockentürmchen. Das Dach war bis in neuere Zeit mit Schindeln gedeckt. Eine Hausbank ladet zum Verweilen ein. In Hofnähe gab es bis ins 20. Jahrhundert meistens eine Bad- oder Brechlstube und einen Backofen.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach dem zweiten Weltkrieg hat sich das bäuerliche Siedlungsbild geändert, Einfamilienhäuser, Wohnhäuser und Hotels wurden errichtet. Aus dem reinen Bauerndorf wurde ein Fremdenverkehrsort.