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Kleine Heimatkunde EllmauGemeinde

 

Ellmau um 1900

In alter Zeit wurde unser Land von den Grundherrn verwaltet. Zum Zwecke der Übersicht wurden die Schrannen in sogenannte "Viertel" gegliedert. Ellmau bestand aus den drei Vierteln: Ellmauer Viertel, Weißacher Viertel und Rieser Viertel. Im 19. Jahrhundert bildeten die Viertel Riesen, Weißach und Ellmau die politische Gemeinde Ellmau. Aus dieser Zeit sind uns auch Gemeindevorsteher namentlich bekannt. Der Vorsteher hatte für Ruhe und Ordnung zu sorgen, mußte die Einhaltung der feuerpolizeilichen Vorschriften überwachen und für die Instandhaltung von Wegen und Brücken sorgen. Ihm zur Seite stand der Gemeindeausschuß. 1850 wurden die Viertel von Ellmau, Scheffau und Söll zu einer Gemeinde mit dem Namen Söll vereinigt. Am 4. Oktober 1865 aber wurde das Gebiet wieder in die drei selbständigen Gemeinden aufgeteilt. Bürgermeister und Gemeinderat werden heute von den Gemeindebürgern gewählt.

Die Bürgermeister

1908-1926 Andrä Gugglberger, Bauer
1927-1945 Thomas Niedermühlbichler, Bauer b. Pfitscher
1945-1956 Johann Feyersinger, Ledererbauer
1956-1959 Michael Hautz, Bauer beim Oberleiten
1959-1965 Georg Stöckl, Bauer Oberachen
1965-1968 Johann Unterrainer, Bauer Kirchbichl
1968-1974 Josef Sojer, Hotelier
1974-1975 Jakob Schellhorn (interimistisch) Lehrer
1975-1980 Josef Sojer, Hotelier
1980-1990 Siegfried Langegger, Elektrokaufmann
1990-2003 Johann Leitner, Bauer beim Huben und Pensionsbesitzer
2003- Klaus Manzl, Pensionsbesitzer

Wichtige Gemeinderatsbeschlüsse

1901-06-14

Gemeinde kauft Sternwirtshaus
Um 15.600 Kronen kauft die Gemeinde, vertreten durch den Vorsteher Balthasar Hochfilzer, als neues Schulhaus das Sternwirtshaus mit 2 Gärten und einem Stück Ackergrund.

1905-01-29

E-Werk Bartl Lechner errichtet eine Straßenbeleuchtung
Der Gemeindeausschuß und Bartl Lechner vereinbaren, daß Lechner der Gemeinde fünf Lampen zu 16 Kerzen für eine Straßenbeleuchtung zur Verfügung stellt, die die ganze Nacht brennen sollen, dafür erhält Lechner das Recht, als einziger durch fünfundzwanzig Jahre ein Elektrizitätswerk in Ellmau zu betreiben und elektrische Beleuchtung zu installieren.

1910-02-27

Neubau eines Spritzenhauses vom Gemeindeausschuß beschlossen
Auf Grund mehrmaliger Aufforderungen des Tiroler Landesausschusses zum Bau eines Gerätemagazines für die Feuerwehr beschließt der Gemeindeausschuß, den Zimmermeister Thomas Hinterholzer aus Going einzuladen, einen Kostenvoranschlag für den Bau eines Spritzenhauses zu erstellen.

1912-10-29

Finanzierung der Eibergstraße
Der Gemeindeausschuß erklärt sich bereit, für den Ausbau der Eibergstraße die notwendigen Geldmittel mit den übrigen Gemeinden zu beschaffen und durch einige Jahre für die Zinsen aufzukommen, wenn für die 70% der Gesamtkosten das Land oder die Stadt Kufstein haftet.

1915-08-22

Gemeinde-Brücken-Waage
Der Gemeindeausschuß bewilligt den Kauf einer Brücken-Waage mit einer Belastungsfähigkeit von 5000 Kg und mit Patenthebel- und Gewichtsauslösung in kräftiger und dauerhafter Ausführung.

1918-03-17

Getreideablieferungen
Der Gemeindeausschuß stimmt der Ablieferung von 10.500 kg Getreide aus der Ernte 1918 zu, wenn das Ernteergebnis 1918 noch als mittel bezeichnet werden kann.

1921-06-20

Wetterläuten
Die Gemeinde bewilligt dem Mesner 500 Kronen für das Wetterläuten.

1947-09-21

Einführung der Getränkesteuer
Auf Grund der wirtschaftlichen Verhältnisse beschließt der Gemeinderat unter BM Johann Feiersinger einstimmig die Einführung der Getränkesteuer von 10 %.

1950-10-09

Siedlungsgrund
Der Gemeinderat beschließt, von Oberhansen Siedlungsgrund zu kaufen.

1958-06-13

Projektierung einer Trinkwasserversorgung
Der Gemeinderat beauftragt das Landeskulturbauamt in Innsbruck mit der Projektierung einer öffentlichen Trinkwasserversorgungsanlage für das Dorfgebiet von Ellmau.

1962-01-24

Naturschutzgebiet Kaisergebirge
Der Gemeinderat stimmt dem Entwurf der Tiroler Landesregierung über den Grenzverlauf des Naturschutzgebietes Kaisergebirge zu, wenn die Grenzen folgend abgeändert werden: Neue Gaudeamushütte - alte Gaudeamushütte, auf dem Weg durch den Ebenwald bis zum Krumbacheck. Von dort in nordwestlicher Richtung zum Weg Gruttenhütte/Kaiserhochalm und auf diesem Weg bis zur Gemeindegrenze Scheffau.

1964-09-25

Ortskanalisation Baubeginn
Der Gemeinderat beschließt, mit dem Kanalbau zu beginnen. Die Bestellung von entsprechendem Rohrmaterial bei der Fa. Würth hat zu erfolgen.

1966-04-27

Volksschulneubau
Der Gemeinderat beauftragt Architekt Gschösser mit der Planung und Bauführung des Volksschulneubaues. Das Schulhaus soll in ähnlichem Stil wie die Volksschule Brixlegg errichtet werden.

1968-10-07

Mullabfuhr
Der Gemeinderat beschließt eine geregelte Mullabfuhr. Sie sieht eine 14tägige Ablieferung vor, wobei jeder Haushalt 1 Mülleimer aufzustellen und hiefür der Gemeinde einen Jahresbetrag von 156.-S zu entrichten hat.

1972-02-03

Gemeindewappen
BM Josef Sojer unterbreitet dem Gemeinderat den vom Landesarchiv ausgearbeiteten Entwurf eines Gemeindewappens. Es handelt sich um das Wappen eines bayrischen Ministeralen, der in Ellmau Grundbesitz besaß. Die drei Zacken versinnbildlichen auch das Kaisergebirge. Der Gemeinderat ist mit diesem Entwurf einverstanden und wünscht eine dreigliedrige Fahne mit den Farben rot-gold(gelb)-rot.

1972-04-19

Errichtung eines Kindergartens
Die Gemeinderäte sind sich grundsätzlich einig, daß ein Kindergarten für Ellmau notwendig ist. Da die Räumlichkeiten im neuen Schulhaus vorhanden sind und die Schulleitung einverstanden ist, soll ein Kindergarten im Schulgebäude eingerichtet werden. Die Kindergärtnerin Hildegard Naschberger wird als Leiterin bestellt.

1980-07-10

Wasserversorgungsanlage Ellmau - Going
Der Gemeinderat genehmigt die Vereinbarung zwischen den Gemeinden Ellmau und Going betreffend die gemeinsame Durchführung des Baues der Wasserversorgungsanlage, der Kostentragung und der Bezugsrechte.(BM Siegfried Langegger)

1981-06-11

Abwasserverband Söll-Scheffau-Ellmau
Die Gemeinden Söll, Scheffau und Ellmau planen den Bau einer gemeinsamen Abwasserbeseitigungsanlage. Das Gesamtprojekt wird auf 45 Mio Schilling geschätzt. Der Kostenaufwand für die Gemeinde Ellmau wird auf ca. 18 Mio S geschätzt. Der Gemeinderat beschließt der Verbandsgründung zuzustimmen. (BM Langegger)

1986-01-02

Nachtfahrverbot auf der B 312
Der Gemeinderat beschließt einstimmig folgende Resolution an die Tiroler Landesregierung: „Die Tiroler Landesregierung wird ersucht, baldmöglichst auf der B 312 ein Nachtfahrverbot für LKW ab 7 Tonnen zu erlassen und die entsprechenden Vorkehrungen anzuordnen.“

1993-07-28

Gründung einer Gesellschaft für das Freizeit- und Erholungszentrum Ellmau
Die Gemeinde Ellmau unter BM Johann Leitner und der Tourismusverband Ellmau unter TVO Friedl Fuchs begründen eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Ellmau. Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb von Freizeit-, Erholungs- und Sportanlagen, sowie die Errichtung und der Betrieb von gastgewerblichen und sonstigen gewerblichen Unternehmungen.

1995-04-06

Neubau Kindergarten
Da in den kommenden Jahren die Volksschule die Klassen für den eigenen Bedarf benötigt, sieht sich die Gemeinde gezwungen, einen eigenen Kindergarten zu errichten. Der Kindergarten soll an das Schulhaus angebaut werden. Das Planungsbüro Bichler und das Planungsteam 3 in St. Johann wird vom Gemeinderat mit der Ausarbeitung von Planentwürfen beauftragt.

2004-09

Sanierung Gemeindeamt
GR und Baumeister Gerhard Erber legt einen ersten Entwurf vor, der im wesentlichen einen transparenten und behindertengerechten Umbau des bestehenden Gemeindeamtsgebäudes mit Anhebung des Daches zur Gewinnung eines weiteren Geschoßes und Ausbildung von Nischen zur zusätzlichen Raumgewinnung vorsieht. Nach eingehender Diskussion beschließt der Gemeinderat von einem Neubau des Gemeindeamtes abzusehen und die Sanierung des bestehenden Gebäudes voranzutreiben.

Die Feuerwehr

Die Feuersgefahr war in früheren Jahrhunderten wesentlich größer als heute. Erst im 19. Jahrhundert begann man, behördlicherseits für eine größere Feuersicherheit der Gebäude ernstlich zu sorgen. Es wurde verboten, Kamine und Ofentüren aus Holz herzustellen. Auch die Verwendung von Fackeln an Stelle von Laternen wurde verboten. Die Leute kamen häufig zum Frühgottesdienst mit brennenden Spänen und bildeten damit eine Gefahr für das Dorf, vor allem aber für die Kirche. Nun wurde vorgeschrieben, daß diese Holzspäne vor den hölzernen Brücken, die ins Dorf führten, gelöscht werden mußten. Nach dem Dorfbrand 1837, dem 10 Häuser zum Opfer fielen, erwarb die Gemeinde eine Feuerspritze, dazu wurden zwei Schläuche à 36 Schuh (etwa 12 m), ein kurzer Schlauch, drei Feuerhaken, zwei Hilfsstangen und sechs Wasserkübel gekauft. Feuerleitern brauchte man nicht, da man hoffte, diese an Ort und Stelle vorzufinden.

Brand 1999

Am 23. Mai 1891 wurde eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Gründungsmitglieder waren Jakob Leitner, Bauer zu Au, Franz Kroiß, Schmiedemeister, Ludwig Summerer, Sebastian Zott, Sternbauer und der Wirt Balthasar Hochfilzer. Jakob Leitner wurde zum Obmann bzw. Feuerwehrkommandanten gewählt. Bis zum Bau eines Spritzenhauses wurde die bescheidene Ausstattung im Wirtschaftsgebäude des Mesnerhauses untergebracht. 1911 kaufte die Feuerwehr eine modernere Abprotzspritze. Im Lauf der Jahre wurde die Feuerwehr immer mehr modernisiert. Das Gerätehaus wurde 1970 erweitert und 1974 konnte die Feuerwehr die Einweihung eines modernen Gerätehauses und Tankwagen feiern.

Brände

Immer wieder kam es durch Blitzschlag oder Unachtsamkeit auch durch Brandlegung zu Bränden: Bauernhaus Ed, die Hölzmöbelfabrik Heinke, das Pfitscheranwesen, beim Kößler, Unterhausberg, Lechen, Weißach, Oberachen, Hinterbuchau, Egg, Tischlerei Recheis, Gasthof Lobewein, Fischer Stadel, Vorderschnabl, Gasthof Hausberg, Scheune des Tanzerbauern, Alpengasthof Alpenland, Hundsbichl, Fotogeschäft Gruber, Foidstätt, Haus Eschwe.

Feuerwehr-Kommandanten

Jakob Leitner 1891 - 1899
Sebastian Hauser 1899 - 1905
Andrä Gugglberger 1905 - 1920
Jakob Leitner 1920 - 1933
Johann Unterrainer 1933 - 1934
Thomas Niedermühlbichler 1934 - 1938
Simon Gugglberger 1938 - 1942
Johann Salvenmoser 1942 - 1949
Ulrich Landmann 1949 - 1956
Josef Unterrainer 1956 - 1966
Siegfried Langegger 1966 - 1990
Johann Hautz 1990 - 1998
Franz Kopp 1998 - 2006
Bernhard Moser 2006 -